Berlin: --:--
Ankara: --:--
Çetin Ay Logosu

DIPLOMATIE • ENTWICKLUNG • INVESTITION

ZURÜCK
1. März 2026
Zuletzt aktualisiert:

ÇETİN AY, „HINTER DEN KULISSEN DES KRIEGES IM IRAN...!“

Um an der Macht zu bleiben, bediente sich das Mullah-Regime einer scharfen Rhetorik gegen Israel und Amerika, die es als Feinde darstellte. Sein Aufstieg wurde durch die damaligen globalen Machtverhältnisse ermöglicht. Letztlich wurde der Iran zu einem wirtschaftlich und geopolitisch fragilen Land, anfällig für externen Druck.

Der Aufstieg Ayatollah Khomeinis fiel mit den regionalen Kalkulationen Amerikas und Großbritanniens zusammen. Khamenei hingegen wandelte sich zu einer Figur innerhalb der israelischen Sicherheitsstrategie.

Die Grenze zwischen Staat und Regime verschwimmt, wenn die Regierung den Staat ersetzt; die Rhetorik der Unabhängigkeit erzeugt keine Stärke, sondern Fragilität. Der Iran ist eines der deutlichsten Beispiele dafür.

1979…

Ein Flugzeug landet in Teheran. Khomeini kehrt in den Iran zurück. Der Schah tritt zurück. Eine neue Ordnung entsteht, die Richtung ändert sich.

Die eigentliche Frage ist: Hat wirklich das Land an Stärke gewonnen oder nur das Regime?

Eine Regierung kann mit antiamerikanischer Rhetorik an die Macht kommen. Sie kann die Plätze füllen. Sie kann Massen mit der Sprache äußerer Feinde mobilisieren. Doch tiefgreifende Umwälzungen sind nicht unabhängig von globalen Machtverhältnissen. Die Khomeini-Revolution fand nicht außerhalb des internationalen Kontextes statt.

Die Bilder des ersten Freitagsgebets nach der Revolution werden seit Jahren diskutiert. Hinter dem Imam standen nicht nur Mitglieder der Revolutionskader, sondern auch der amerikanische Botschafter und Vertreter verschiedener Religionen. Scharfe Rhetorik ist das eine, das Machtverhältnis das andere.

Dann folgten die Säuberungen. Hinrichtungen. Tausende wurden gehängt. Oppositionelle wurden zum Schweigen gebracht, Andersdenkende bestraft.

Institutionen und Recht wurden nach einem ideologischen Rahmen umstrukturiert, und die Macht konzentrierte sich in einem einzigen Zentrum.

Mit der Festigung des Regimes wurden die Medien monolithisch. Der Führer wurde verherrlicht. Korruption und Ungerechtigkeit wurden in den Hintergrund gedrängt. Die Gesellschaft wurde von einem Narrativ äußerer Feinde geleitet.

Das Volk zahlte den Preis für jahrelange Sanktionen. Die Wirtschaft schrumpfte, die Armut verschärfte sich, und junge Menschen verloren die Hoffnung. Die sozialen Spannungen nahmen zu.

Das iranische Regime behauptete: „Wir produzieren die mächtigsten Waffen der Welt.“ Diese Aussage wurde im Fernsehen wiederholt, doch die Realität sah anders aus. Die Kluft zwischen Propaganda und Wirklichkeit vergrößerte sich.

Es wurde viel geredet, aber keine wirtschaftliche Macht entwickelt. Unabhängigkeit wurde zwar erwähnt, doch externe Embargos und interne Einkommensungleichheit herrschten vor.

Polizei, Soldaten, Staatsanwälte, Revolutionsgarden … Sie sind nicht die Waffe der Regierung, sondern die Garantie der Nation. Staatsmacht schwächt sich ab, wenn sie zum Schutz der Regierung eingesetzt wird; sie stärkt sich, wenn sie die Nation schützt.

Legitimität schwindet, wenn Vertrauen verloren geht. Es gab Öl, aber keinen Wohlstand. Denn Polarisierung und Spaltung wurden im Inneren geschürt. Die Bevölkerung wurde gezielt gespalten. Rivalen wurden durch juristische Prozesse ausgeschaltet. Kritik wurde als Bedrohung betrachtet.

Wenn die Regierung sich an die Stelle des Staates setzt, wenn das Recht politisch motiviert ist und Institutionen personalisiert werden, wächst der Anschein von Macht; die Basis bröckelt.

Dies geschah im Irak. Dies geschah in Libyen. Dies geschah in Syrien.

Zuerst verschärfte sich die Lage im Inneren, dann folgte die Intervention. Das geschieht nicht über Nacht. Der Boden wird durch den Verlust von Gerechtigkeit und Vertrauen im Inneren bereitet.

Dieser Boden ist die Schwächung von Institutionen, die soziale Polarisierung und Spaltung sowie die Aushöhlung der Legitimität.

Wenn in einem Land ein Teil der Bevölkerung auf eine Intervention von außen hofft, während ein anderer Teil aus Angst schweigt, hat der Zerfall von innen begonnen.

Die Institution ist beständig; Regierungen kommen und gehen.

Der Staat gehört der Nation. Die Regierung dient der Nation.

Wahre Unabhängigkeit bedeutet nicht lautes Auftreten, sondern Vertrauensbildung. Wahre Führung bedeutet nicht, Rivalen zu unterdrücken, sondern die Regeln zu wahren.

Feindseligkeit wird durch Parolen geschürt. Unabhängigkeit wird nicht durch Reden erreicht.

Die eigentliche Frage lautet: Stärkt sich der Staat oder dient er lediglich dem Machterhalt?

Länder mit schwachen Institutionen, aber starken Regierungen werden anfällig für Interventionen von außen. Fremdherrschaft beginnt im Inneren. Eine innerlich geschwächte Struktur kann äußerlich nicht geschützt werden.

Die Regierung sollte nicht stärker sein als der Staat. Sie herrscht nicht, sie dient.

Çetin Ay

Präsident der BWA

Anmerkung: Dieser Text ist eine allgemeine geopolitische Analyse, basierend auf Irans historischer und politischer Entwicklung; er enthält keine spezifischen Bezüge zu einzelnen Ländern.